Tagebuch der Weltreise vom 20.7.-17.8.1991.




Fankfurt


Wir fahren mit dem Auto zum Flughafen Frankfurt. Eine umständliche Suche nach der richtigen Tornummer beginnt. Endlich gefunden! Es ist Flugsteig B. Wir sind zu früh dran und müssen einige Stunden warten. Um 21.00 Uhr beginnt das Einchecken in die Maschine, eine B 747 der Singapur Airlines. Freundliche Mädchen in langen indischen Kleidern zeigen uns die Plätze. Um 22.40 Uhr starten wir, für mich der erste Flug meines Lebens!
Ein unheimlicher Schub zieht uns nach oben. Wir haben einen Fensterplatz, aber leider ist unter uns nichts zu sehen. Um 24.00 Uhr wird das Abendessen gebracht, gut und reichlich. Ab 1.00 Uhr läuft im Bordkino ein Western, den Ton kann man über die Kopfhörer an jedem Sitz hören (englisch).
21.7.91. Ortszeit 11.30 Uhr. In der Nacht hat es geregnet, jetzt scheint die Sonne. Es gibt ein reichhaltiges Frühstück. Eine Frau, die vor uns sitzt, hat Geburtstag und wird von der Flugzeugbesatzung mit Torte und Sekt überrascht.
Im Flugzeug sind auch Kinder im Alter von 1 1/2 -10 Jahren. Eines davon schläft seit ein paar Stunden in einem Bettchen, das an der Wand hängt. Der ruhige Flug der Maschine wird von Zeit zu Zeit von Turbolenzen unterbrochen, in denen das Flugzeug stark schwankt und wackelt.




Bangkok


Landung in Bangkok um 14.10 Uhr. Wir werden von einem Fotografen sowie einem Mädchen mit Blumenketten erwartet. Aber vorher geht es noch durch Pass- und Zollkontrolle. Der Bus bringt uns nach einstündiger Fahrt durch den dichten Verkehr zum Hotel Asia. Tolle Zimmer im 11.Stock mit allem Komfort erwarten uns.
19.00 Uhr. Die Reisegruppe trifft sich an der Rezeption und geht in den 1.Stock zu einem Begrüßungsessen. Ein Büfett mit vielen guten Sachen und allerlei Obstsorten ist aufgebaut. Nach dem Essen erklärt die Reiseleiterin Frau Ben Larbi die verschiedenen zusätzlichen Ausflüge und was sie kosten. Wir müssen sofort entscheiden, welche wir belegen wollen, auch das Geld dafür muss gleich in Dollars bezahlt werden. Wir buchen nur einige, die uns von Kollegen empfohlen wurden, was sich dann später als richtig herausstellt. 21.30 Uhr ins Bett.
22.7.1991. 6.00 Uhr Wecken, 7.00 Uhr Frühstück mit Büfett, dann um 8 Uhr Abfahrt mit dem Bus zur Stadtrundfahrt. Es ist sehr warm, ca. 35 Grad mit einer Luftfeuchtigkeit um 85%. Bangkok hat ca.10 Millionen Einwohner und liegt etwa 60 km oberhalb der Mündung des Chao-Phya-Flusses. Es wird von vielen Kanälen, den "Klongs" durchzogen, auf denen ein schwimmender Markt zu sehen ist.
Die Menschen am Fluss leben auf Booten oder in Häusern, die auf Stelzen im Wasser stehen. Hier wird gewaschen, gebadet und das Wasser zum Kochen und Trinken verwendet und auch die Notdurft wird in den Fluss verrichtet. Der Geruch in den Klonks ist auch dementsprechend. Unser einheimischer Stadtführer, Herr Watana, der einige Jahre in Deutschland gelebt hat und deshalb gut deutsch spricht, erklärt uns, dass die Menschen gegen Krankheiten immun seien.

Als erstes besuchen wir den Goldenen-Buddha-Tempel. Die Fahrt geht durch dichten mehrspurigen Verkehr, der sich an den Kreuzungen ohne Staus und Unfälle abwickelt. Bemerkenswert sind die Pulks aus Motorrädern und Rollerfahrern, die mit ihren Zweitaktmotoren die Luft verpesten. Oft sitzen bis zu 4 Personen auf den Maschinen.
Der Goldene Buddha ist 3,50 Meter hoch und besteht aus purem Gold, was erst 1953 unter einer Gipsschicht entdeckt wurde. Die Tempelanlage ist mit einem Mönchskloster verbunden. Jeder junge Thai sollte 3 Monate als Mönch leben und seine Nahrung durch Spenden sammeln.

Goldener Buddha<


Als nächstes besuchen wir die Königstempel-Anlage, in der sich ein 70 cm hoher Buddha aus smaragdgrün-schimmernder Jade befindet. Die ganze Anlage ist von einer hohen Mauer umgeben und dient der Königsfamilie zu repräsentativen Zwecken. In den älteren Bauwerken befinden sich kostbare Mosaikarbeiten und Wandmalereien aus dem Leben Buddhas. Zu sehen ist auch ein Steinmodell der Tempelanlage von Ankor Wat in Kambodscha.
Der Liegende Buddha ist unser nächstes Ziel. Die Figur ist 45 Meter lang, 15 Meter hoch und ganz mit Goldplättchen bedeckt. Die Türen des Hauptgebäudes sind mit Perlmutt eingelegt. Insgesamt befinden sich 394 Buddhastatuen in der 1789 errichteten Tempelanlage.


Nach dem Mittagessen, das wir im Hotel Majestic einnehmen, besuchen wir eine Edelsteinschleiferei mit Verkaufsräumen, in denen Ringe und Ketten aus Edelstein, Seideartikel und Elfenbeinschnitzereien angeboten werden. Die Edelsteine stammen aus staatlichen Minen im Norden des Landes. Das Zahlungsmittel in Thailand heißt Bath, 1 DM sind ca.14,67 Bath.
Zurück ins Hotelzimmer mit der Klimaanlage, ohne die es Europäer hier nicht aushalten könnten.
16.15 Uhr. Es regnet, angeblich soll es in Bangkok meistens in der Nacht regnen. Als wir danach einen Stadtbummel machen wollen und die Hoteltüre öffnen, schlagen uns Hitze und Schwüle direkt zurück. Also bleiben wir lieber im Hotel.
23.7.1991. Frühes Wecken und Fahrt mit dem Bus nach der alten Hauptstadt Ayutya, die schon vor einigen 100 Jahren von den Burmesen zerstört wurde. Der Streit brach wegen eines weißen Elefanten aus, den die Burmesen von den Thais wollten, weil der weiße Elefant angeblich Glück bringen soll. Natürlich wollten die Thais ihn nicht hergeben und so kam es zu einem langen Krieg, in dessen Verlauf Ayutha und andere Orte vernichtet wurden. Im Laufe der Zeit wuchs Ayutha wieder zu einer kleinen Stadt und die Ruinen wurden teilweise wieder aufgebaut, vor allem das Kloster und die Tempel, die heute für die Thais eine große religiöse Bedeutung haben. Zunächst besuchen wir den Siegenden Buddha, eine große Statue mit einem gelben Tuch bekleidet. Rechts und links stehen in langen Reihen kleinere Buddhastatuen, alle mit einem gelben Tuch geschmückt, welches die Gläubigen mitbringen. Auf einem Tisch vor der großen Statue liegen Speisen, brennen Räucherkerzen und eine Familie betet zu Ehren Buddhas. Sie lassen sich durch uns und unsere Fotoapparate nicht stören. Später werden sie die Speisen mit nach Hause nehmen und selbst essen.
Bei unserem Rundgang kommen wir an kleinen, sauberen Mönchswohnungen vorbei, sie stehen etwa 1,50 m über dem Erdboden. Etwas abgesondert gibt es ähnliche Häuschen für ältere Frauen, die ihren Lebensabend im Kloster verbringen.
Nach kurzer Fahrt sind wir beim Liegenden Buddha. Es ist eine kleinere Figur als die gestrige und nur aus Stein. Für jeden Wochentag gibt es einen Buddha, den liegenden, den siegenden, den abwehrenden, den meditierenden usw. Überall sieht man auch die Lotosblume oder ihr Symbol. Als Buddha in die vier Himmelsrichtungen ging, wuchsen angeblich unter seinen Füßen Lotosblumen, damit sein Fuß nicht mit Schmutz in Berührung kam.
Die Tempelanlage Tausend-Buddha besuchen wir als nächstes. In einem großen Tempel stehen in unzähligen Nischen kleine goldene Buddhastatuen. Ein dauerndes Klingeln ist zu hören, Gläubige werfen kleine Münzen in die in langen Reihen stehenden Opferkessel. Priester sitzen an den Seiten und verkaufen Zettel mit Glückszeichen. Lange schmale Holzstäbchen stecken in einem Köcher, ein Gläubiger schüttelt den Köcher und zieht dann ein Stäbchen heraus, das eine Nummer trägt. Wenn sie ihm nicht gefällt, beginnt er das Spiel von vorne, bis er einen Zettel mit einer für ihn glücklichen Zahl hat. Aus einem hölzernen Gestell sucht er dann den Zettel mit seiner Nummer heraus und liest die Botschaft.


Wir fahren weiter zur ehemaligen Sommerresidenz des Königs. Es ist eine prächtige Palastanlage. In einem See steht ein Teehaus in chinesischen Baustil. Im See tummeln sich riesige 2 Meter lange Welse, die aber aus traditionellen Gründen nicht gefangen werden dürfen. Nach einem ausführlichen Rundgang durch den Park, vorbei an aus Hecken geschnittenen Elefanten kommen wir zu einer Fähren-Anlegestelle.

Sie soll uns zu unserem Flussdampfer bringen, auf dem wir auch unser Mittagessen einnehmen werden. Das Wasser ist nicht zu sehen, Wasserhyazinthen bedecken es, sodass die Fähre sich nur mit Mühe und Vollgas fortbewegen kann. Sie bringt uns zu einem großen Schiff, in dessen klimatisiertem
Oberdeck wir Platz zum Essen nehmen. Vorbei geht die Fahrt an vielen Booten, Wohnbooten und Häusern, Industrieanlagen und Dörfern, bis wir nach drei Stunden wieder in Bangkok eintreffen. Unser Bus erwartet uns bereits und bringt uns durch das Verkehrsgewühl mit langen Staus ins Hotel. Nun heißt es packen, denn morgen früh wird um 5.30 Uhr zur Weiterfahrt geweckt..

24.7.1991. 7.00 Uhr. Wir steigen mit Handgepäck in den Bus, der uns zu einer Stadtrundfahrt abholt, die auf dem Flughafen endet. Es ist wieder sehr warm, doch die Klimaanlage sorgt für erträgliche Temperaturen. Wir sehen Schüler in Schuluniformen zu Fuß oder in dreirädrigen Motortaxis auf dem Weg zur Schule. Es besteht eine 7-jährige Grundschulpflicht. Viele öffentliche und private Busse befördern die Menschen zur Arbeit. Es gibt weder U- noch S-Bahnen oder Straßenbahnen. Die Luftverschmutzung ist sehr stark und ein großes Problem für Bangkok. Eine Hochbahn ist im Bau. Alle Straßen sind jetzt so verstopft, dass wir mit Verspätung am Flughafen eintreffen. Frau Ben Larbi ist voraus gefahren und hat uns bereits eingecheckt. Im Laufschritt eilen wir zu unserem Tor und um 13.00 Uhr startet die Maschine nach Singapur. Es ist ein kleineres Flugzeug, ein Airbus 300.


Singapur


Nach zwei Stunden sehen wir unter uns eine Küste, Inseln und das Festland. Nach der Landung fahren wir eine Stunde zum Hotel Boulevard mit sehr schönen Zimmern. Der Stadtstaat hat keine Slums und besticht durch absolute Sauberkeit ! Singapur ist eine Insel vor dem Malaischen Festland, hat den zweitgrößten Hafen der Welt und ein großes Bankenviertel, in dem alle wichtigen internationalen Geldinstitute vertreten sind.
Zahlungsmittel ist der Singapur-Dollar, abgekürzt SGD, 1 DM = 1,02 SGD.
25.7.1991. Um 8.00 Uhr beginnt die Stadtrundfahrt, die uns zuerst in den Sri-Mariamman-Hindutempel führt. Am Eingang des Tempels befindet sich ein konisch zulaufender Turm mit sehr vielen verschiedenen Figuren aus der Hindureligion.
Innen sind kostbare bunte Wandgemälde und Götterfiguren zu besichtigen. Auch hier lassen sich die Gläubigen durch uns nicht stören, sie knien vor den Göttern und beten weiter. Der Tempel liegt in Chinatown, einem Stadtteil, der seit längerem saniert und renoviert wird. Mit der chinesischen Bevölkerung hat die Stadtverwaltung in Punkto Sauberkeit ihre Probleme, da die rigorosen Bestimmungen, z.B. wird das Wegwerfen von Zigarettenkippen mit 1000 Dollar bestraft, von den älteren Chinesen nicht verstanden werden. Dazu kommen noch strenge, regelmäßige Kontrollen der zahlreichen kleinen Restaurants und Straßenimbissstände. In den letzten 20 Jahren ist die Umweltverschmutzung in Singapur drastisch zurückgegangen. Damals war der Singapore River eine stinkende Kloake, während heute dort wieder Fische gefangen werden können. Singapur ist ein Beispiel für andere asiatische Städte, wie die Umweltprobleme gelöst und Slums durch staatliche Wohnungsbauten ersetzt werden könnten.

Weiter geht die Fahrt zum höchsten Punkt der Stadt, dem Mount Faber, 105 Meter hoch. Von dort hat man einen wundervollen Rundblick über die 2,5 Millionen Einwohner zählende Metropole und ihren Hafen. Unser nächstes Ziel ist der Botanische Garten mit Hunderten von Orchideenarten innerhalb eines großzügig angelegten Parks. Nachmittags machen wir einen Stadtbummel und besuchen ein großes Kaufhaus mit zwei Unter- und sechs Obergeschossen. Es herrscht ein Gedränge, als ob etwas verschenkt werden würde. Überall an den Decken hängen ganze Wolken kleiner Glühlampen. Wir fahren mit dem gläsernen Außenaufzug zum Dachgeschoss, um die Stadt von oben zu sehen. Ein Kinderspielplatz unter freiem Himmel mit allerlei Spiel- und Turngeräten erwartet uns. Wegen der beengten Verhältnisse in der Stadt werden die Spielplätze auf den Dächern der Häuser angelegt. Eltern beobachten ihre Kinder beim Toben..
Wir beschließen, eine Fahrt mit der U-Bahn zu machen, wagen uns in die Unterwelt und lösen an einem Automaten ein Ticket nach Marine-Bay. Auch hier im Untergrund ist alles sauber und ordentlich wie überall in der Stadt. Die U-Bahnwagen sind weder verkratzt noch bekritzelt oder besprüht. In rasender Fahrt geht es über verschiedene Stationen nach Marine-Bay. Dort am Meer machen wir bei drückender Schwüle nur einen kurzen Spaziergang und fahren dann wieder ins Hotel zurück.


Um 18.00 Uhr Passabgabe, um 20.00 Uhr Koffer vor die Türe stellen, morgen früh geht es weiter nach Hongkong.
26.7.1991. 7.30 Uhr 40 Minuten Fahrt zum Airport.
Singapur besitzt einen sehr großen Flughafen, von der Passkontrolle bis zu unserer Maschine müssen wir einen Weg von ungefähr einen km durch die Hallen zurücklegen. Das Flugzeug, diesmal eine B 747 der Singapur Airlines, startet um 9.50 Uhr. Zur Begrüßung erhält jeder ein heißes Tuch, um sich Gesicht und Hände zu reinigen, anschließend einen Welcome-Drink. Etwas später dann das Mittagessen, es geht etwas eng zu, man muss aufpassen, dass man sich nicht bekleckert.


Hongkong


Um 13.30 Uhr Anflug auf Hongkong, wir sitzen am Fenster, um den berühmten Anblick der Stadt von oben nicht zu versäumen. Wir fliegen direkt über die vielen Hochhäuser und Straßen bis zum Flugplatz, der am Meer liegt. Nach der Landung stehen wir an der Passkontrolle in einem riesigen Stau ankommender Menschen, der sich erst allmählich auflöst. Nach der Busfahrt durch starken Straßenverkehr wie in Bangkok kommen wir ins Park-Hotel.

17.00 Uhr. Wir treffen uns mit der Reiseleiterin zu einem kleinen Stadtrundgang, um die nähere Umgebung des Hotels zu erkunden. Menschenmassen drängen sich auf den Gehwegen, Laden reiht sich an Laden, riesige bunte Reklametafeln, oft die halbe Straßenseite überdeckend, hängen über unseren Köpfen. Autolärm und Abgase, das Brummen der zahlreichen Klimaanlagen und aufdringliche Warenanpreiser, so stellt sich Hongkong im ersten Moment dar.

Unser Rundweg führt aber auch an einen Meeresarm und seine ruhige Promenade, bis wir wieder durch Verkaufsstraßen zum Hotel zurückkehren. Mein Koffer ist den Strapazen der Reise nicht gewachsen, kaufe mir deshalb einen neuen. Nach kurzem Handeln erstehe ich einen Hartschalenkoffer mit Zahlenschloss. Noch weitere zwei Mitreisende haben Kofferprobleme und lösen sie hier preiswert.



27.7.1991. 8.00 Uhr fährt der Bus zur Stadtrundfahrt los. Hongkong hat 6 Millionen Einwohner und besteht aus der Hauptinsel und 235 anderen Eilanden sowie der Halbinsel Kowloon und zieht sich 21 km lang hin. Dahinter liegen die "neuen Territorien". Der Pachtvertrag mit China läuft 1999 aus. Deshalb wollen 7 von 10 Einwohnern Hongkong verlassen. Da es sehr teuer ist, gelingt es nur wenigen. Trotzdem herrscht rege Bautätigkeit, neue Hochhäuser entstehen. Die Gerüste dazu bestehen aus Bambusstangen, für uns ein ungewohnter Anblick. Aus Platzmangel muss so hoch gebaut werden.


Das höchste Gebäude hat 70 Stockwerke und ein Drehrestaurant. Etwa 140.000 Menschen leben ständig auf dem Wasser in Dschunken und Sampans. Tunnelstraßen mit einem täglichen Verkehrsaufkommen von ca. 110.000 Autos verbinden 30 Meter unter den Meeresarmen die verschiedenen Stadtteile miteinander. U-Bahnen, Busse und eine Straßenbahn neben vielen Taxis bewältigen den öffentlichen Verkehr. Hongkong ist eine Stadt mit viel Grün, alles wurde vor Jahren auf dem steinigen Felsboden angelegt. Es gibt 2 Hochschulen und sogar eine deutsche Schule, die von 1000 Kindern besucht wird. Schulpflicht besteht bis zum 15.Lebensjahr.
4,45 HKD (Hongkong-Dollar) sind 1 DM.
Als erstes fahren wir auf den Victoria-Peak, der einen herrlichen Rundblick über einen großen Teil der Stadt bietet. Die eleganten Villen hier oben (554 Meter) stehen im Kontrast zu den Wohndschunken. Als nächstes Ziel steuern wir den Fischmarkt an, der uns schon beim Aussteigen mit seinem typischen Geruch empfängt. Ein Gewirr von Autos, wassergefüllten Bottichen, in denen Fische und Krebse aller Art schwimmen, umgibt uns. Ein turbulenter Handel ist im Gange, es wird gefeilscht, zerknitterte Geldscheine wechseln den Besitzer. Wir winden uns durch das Gedränge und die Wasserlachen zur Anlegestelle der Dschunken für die Hafenrundfahrt.



Um 14.00 Uhr sind wir dann wieder im Hotel, das letzte Wegstück haben wir wegen Stau zu Fuß zurückgelegt. Wir ruhen etwas aus, denn um 18.45 Uhr beginnt die Fahrt "Hongkong bei Nacht".
Zuerst gehen wir in das nahegelegene Lokal "Tin-Tin", in dem ein reichhaltiges chinesisches Essen auf uns wartet. Nach insgesamt 9 Gängen sind wir mehr als satt und begeben uns zum Bus, der uns zum sogenannten Nachtmarkt bringt. Dieser Markt wird jeden Abend in einer Straße aufgebaut.
Stand reiht sich an Stand, alles ist zu bekommen. Wenn man zu handeln versteht, kann man günstig einkaufen. Am Ende der Strasse wartet unser Bus und bringt uns durch das Straßengewühl zur Fähre. Mit Millimeterarbeit gelingt es dem Fahrer, den Bus auf die Fähre zu lavieren.



Eine nächtliche Fahrt über den Meeresarm, der zwei Stadtteile trennt, beginnt. Vor uns die Lichter der immer näher kommenden Hochhäuser, um uns kleinere und größere beleuchtete Schiffe, ein Bild wie auf einer Postkarte. Wir fahren nochmals auf den Victoria Peak, um von hier oben das Lichtermeer der Stadt und des Hafens zu bewundern. Ein einmaliger Anblick, der unvergessen bleibt!
Gegen 23.30 Uhr kommen wir wieder ins Hotel.



Der nächste Tag, der 28.7.1991, ist zur freien Verfügung. Wir bummeln durch das Großstadtgewühl, alle Rassen sind vertreten, und gehen dann zum Mittagessen ins Cafe "Wienna". Hier gibt es deutsches Brot und Mittagstisch, beides lassen wir uns nach so viel asiatischer Kost gut schmecken (Rahmgulasch mit Spätzle und Salat). In der Zwischenzeit werden unsere Filme entwickelt, wir holen sie ab, gehen ins Hotel zurück und schauen dort die Fotos an. Als es dunkel wird, gehen wir etwa 30 Minuten durch die beleuchteten Strassen noch einmal auf den Nachtmarkt.
Wir nutzen die Gelegenheit, um einige Hemden preiswert zu erstehen. Mit dem Taxi fahren wir dann zurück ins Hotel, packen unsere Koffer und stellen sie vor die Türe.

29.7.1991. Nach dem Frühstück geht es um 9.15 Uhr mit dem Bus zum Flughafen. Um 11.00 Uhr startet die Maschine, eine A 300 der China Airlines, nach Taipeh.





Taipeh


Landung in Taipeh um 12.30 Uhr. Um 13.15 sitzen wir bereits im Bus zur Stadtrundfahrt. Auf der gebührenpflichtigen Autobahn geht es vorbei an bewässerten Reisfeldern Richtung Taipeh, das wir nach einstündiger Fahrt erreichen. Taipeh hat 3 Millionen Einwohner, zwei Flüsse Keelung und Tamsui durchziehen die Stadt, die durch große Dämme gegen Überschwemmungen geschützt wird.
Als Zahlungsmittel gilt der Taiwan-Dollar, 1 DM = 15,63 TWD.
Jeder Tourist, der nach Taiwan kommt, muss das Palastmuseum besichtigen, in dem die Schätze aus dem kaiserlichen Palast von Peking aufbewahrt werden. Sie bestehen aus Porzellan und Jade, Elfenbein und Bronzegefäßen aus allen Epochen und Dynastien des chinesischen Reiches von der Steinzeit bis ins 19.Jahrhundert.

Tschiang-Kai-Tschek nahm sie bei seinem Rückzug aus Peking, das Bejing heißt, mit. Auch wir machen diesen obligatorischen Besuch. Fotografieren im Gebäude ist streng verboten. Die Sammlungen geben einen Überblick über 3.000 Jahre chinesischer Kultur. Man ermüdet bei der Fülle des Angebotenen rasch, es ist eigentlich nur etwas für Kenner.
Um 16.45 Uhr Ankunft im Hotel President. Wir machen einen kleinen Rundgang ums Hotel, kaufen Verschiedenes ein. In einem privaten Laden im 3.OG des gegenüberliegenden Hauses erstehen wir nach einigem Handeln eine schöne Uhr, die hier besonders preiswert ist.
30.7.1991. Heute für uns ein freier Tag, wir nutzen ihn zu einem Stadtbummel. Es ist hier zwar ruhiger als in Hongkong, aber auch viel eintöniger. Um 11.00 Uhr fängt es an zu regnen und hört bis zum Abend nicht auf. Wir flüchten ins Hotel und verbringen den restlichen Tag mit Schreiben und Lesen.


31.7.1991. Um 8.00 Uhr beginnt die Stadtrundfahrt und bringt uns zuerst in einen Tempel, wo Räucherstäbchen vor sich hinschmoren. Auch hier lassen sich die Betenden bei ihrer Zeremonie nicht stören. Zu den bereits beschriebenen Nummernstäbchen werden noch drei halbmondförmige Plättchen auf den Boden geworfen. Je nach Stellung der Halbmonde zieht man ein neues Stäbchen, eine Prozedur,die so oft wiederholt wird, bis der Gläubige zufrieden ist und sein Zettelchen mit seinem weiteren Schicksal aus dem Ständer holt.


Gedächtnishalle und Opernhaus

Weiter geht es zur Tschiang-Kai-Tschek-Gedächtnishalle. Ein imponierender Palast aus weißem Marmor auf einem riesigen Platz. Rechts und links des Palastes befinden sich das in chinesischem Stil erbaute Theater sowie das Opernhaus. Die ganze Anlage ist von einem Park umgeben. Im Palast sitzt auf einem Thronsessel in Bronze gegossen eine Tschiang-Kai-Tschek-Figur in Überlebensgröße, bewacht von der Palastwache. Wie Marionetten bewegen sich die weiß gekleideten Paradesoldaten durch die Räume. Zahlreiche einheimische Besucher drängeln sich, um ihr Nationalheiligtum ehrfürchtig zu bestaunen. Der große Führer selber ist 60 km weiter weg begraben.
Staus in der City, hervorgerufen durch die gewaltige Anzahl motorisierter Zweiradfahrer verzögern unsere Fahrt zum Flughafen. Um 13.00 Uhr sitzen wir dann in unserer Maschine, einer DC 10 der United Airlines, auf dem Weg zu unserer nächsten Station, Seoul.



Seoul


l7.00 Uhr. Landung in Seoul, einstündige Busfahrt ins Hotel Plaza. Die Stadt hat ca.11 Millionen Einwohner, liegt am Han-Fluss und besitzt Universitäten, Museen, Konzerthallen und die olympischen Sportstätten. Als Zahlungsmittel gilt der Won, 1 DM = 415 KRW.
Seoul wirkt im Gegensatz zu Taipeh sauberer und großzügiger,aber auch hier findet man neben Hochhäusern noch kleine, ältere Häuschen.
Abends machen wir noch einen Rundgang um das Hotel, aber hauptsächlich unter das Hotel und die angrenzenden Straßen. Das ganze Areal mit ca. 2000 Läden ist durch Treppen mit der Außenwelt und weiteren Verkaufsstraßen verbunden. In einer unterirdischen Ladenstraße treten um 20 Uhr alle Verkäuferinnen in einheitlicher Uniform vor den Laden, verbeugen sich und lassen auf Pfiff eines uniformierten Wachmanns die Rollläden ihrer Geschäfte herunter. Unwillkürlich erinnert das an den Drill auf einem Kasernenhof.


Beim Kaiserpalast

1.8.1991. 11.00 Uhr, Beginn der Stadtrundfahrt, die vorbei an Hochhäusern zum alten Königspalast führt. Dieser wurde 1867 originalgetreu wieder aufgebaut, nachdem er 1592 von den Japanern eingeäschert wurde.
Alle Gebäude sind aus Holz und malerisch verziert. Im Park ist ein ohrenbetäubendes Zirpen tausender Zikaden zu hören, welche in den alten Bäumen sitzen. Gleich daneben das Volkskundemuseum mit alten Trachten, Gerätschaften, Werkzeugen und Dokumenten der koreanischen Geschichte. Sehr interessant und nicht so speziell wie das Museum in Taipeh.
Weiter geht die Fahrt zu einem Hügel mit Stadtrundblick. Schon auf dem Wege dorthin fallen uns die vielen durch Stacheldraht und Wachtposten gesicherten militärischen Anlagen ins Auge. Oben angelangt erklärt unsere Führerin, dass das Fotografieren der Stadt von hier verboten sei wegen eben dieser militärischen Anlagen und der Präsidentenwohnung. Nur die seitwärts gelegenen Vororte dürfen wir aufnehmen, eine große Enttäuschung für uns. Später besuchen wir eine Topasschleiferei mit Verkaufsraum. Im Norden des Landes wird Topas gefunden und in halbstaatlichen Betrieben bearbeitet und verkauft. Der Rauchtopas ist eine koreanische Spezialität.


16.15 Uhr. Unser Flugzeug, eine B 747 der United Airlines bringt uns nach Tokio. 18.00 Uhr Abendessen, plötzlich allgemeine Aufregung. Was ist los? Der Fudschijama ist kurz zu sehen,eine Besonderheit, meist ist sein Gipfel in Wolken gehüllt. Um 19.00 Uhr Landung in Narita, dem neuen Flughafen Tokios.





Tokio


Die Busfahrt zum Hotel Grand Palace führt durch die nächtliche, hell beleuchtete Großstadt. Auf der Stadtautobahn, die kreuzungsfrei bis ins Zentrum geht, benötigen wir 1 1/2 Stunden. Im 11.Stock erwarten uns sehr schöne Zimmer.
2.8.1991. 8.00 Uhr Abfahrt mit dem Bus zu einer Tagesfahrt in den Hakone-Nationalpark. Wir fahren wieder auf Stadtautobahnen, die teilweise auf der ersten bzw. zweiten Stockhöhe der Häuser, teilweise unterirdisch verlaufen, durch die 12-Millionenstadt. Es geht über mehrere Flüsse hinweg, links und rechts der Straße dichte Bebauung. Die 6-spurige Autobahn bringt uns zuerst in die Industriestadt Kawasaki, über der deutlich Smog zu erkennen ist. Danach fahren wir durch Yokohama mit seinem riesigen Hafen und den großen Schiffen. Hier ist die Luft wieder besser. Die Großstädte sind übergangslos zusammengebaut. Weiter geht es durch viel Grün über die neue Baybrücke zum Kurort Kamakura, bekannt durch seine sandigen Badebuchten. Hier leben viele Künstler und Schriftsteller.
Wir besuchen einen berühmten Buddhatempel, zu dem viele Japaner pilgern. Insgesamt hat Kamakura 65 Tempel. Weiter fahren wir an der pazifischen Küste entlang, wo sich Strandbäder und Urlaubsquartiere befinden. Die Straße ist von niederen Kiefernbäumen gesäumt, die den Wind abhalten sollen. Unsere einheimische Reiseleiterin bietet Sake an, einen 40%-igen Reiswein.
Über die bordeigene, große Videowand läuft eine moderne japanische Show und die Beifahrerin singt dazu. Sie hat eine angenehme Stimme. Wir spenden ihr Beifall.
Um 12.15 Uhr sind wir wieder weg von der Küste und bewegen uns auf schmalen Wegen aufwärts in die Berge. Hier hat es kleinere zweistöckige Häuser, ein Bergfluss rauscht über große Steine und kleine Wasserfälle talwärts.
In einem komfortablen Hotel erwartet uns ein vorzügliches Mittagessen. Bei der weiteren Fahrt bemerken wir große Wasserrohre, die das Thermalwasser von den heißen Quellen in die Kurhotels und ihre Badeabteilungen leiten. Von weitem sehen wir am Berghang den Dampf der Schwefelquellen aufsteigen.

Im Hintergrund die Schwefelquellen

Zu Fuß steigen wir ca. 15 Minuten empor zu den Quellen, die sich durch einen stark stechenden Geruch bereits von Weitem bemerkbar machen. Eine Menge Menschen, die mit Bussen angekommen sind, steigen mit uns hinauf. An einer der größeren Quelle ist ein Angestellter dabei, mit Eiern gefüllte Drahtkörbe an einer Stange in das kochende Wasser zu halten. Nach kurzer Zeit sind sie gekocht und werden an einem Kiosk verkauft. Die Eier werden von den Touristen an Ort und Stelle verzehrt. Nach japanischem Glauben sollen sie helfen, sieben Jahre länger zu leben. Der Geruch des Schwefels begleitet uns auch beim Abstieg.



Nach kurzer Fahrt gelangen wir zum Hakone-See. Ein Dampfer erwartet uns schon. Vom Oberdeck haben wir eine schöne Aussicht und es geht ein erfrischender Luftzug. Man hat den Eindruck, in der Schweiz auf dem Vierwaldstätter See zu sein. Ein altertümlich aufgetakeltes Schiff mit großen bunten Segeln kreuzt unseren Weg.



Mit uns an Bord sind viele amerikanische Pfadfinder in Uniform. Sie sind auf dem Weg zum Welttreffen der Pfadfinder in Seoul.
Um 16.00 Uhr beginnt die 3-stündige Rückfahrt ins Hotel.
3.8.1991. Ein Besuch beim Zahnarzt ist notwendig. Ein Dolmetscher muss mit, da der Arzt kein Englisch spricht. Sehr höflich und mit Verbeugungen werden wir in der kleinen Praxis empfangen. Schon beim Betreten der winzigen Warteecke müssen wir die Schuhe ausziehen. Unter weiteren Verbeugungen wird der Patient dann in den Behandlungsstuhl gebeten. Das wiederholt sich auch bei der Aufforderung zum Röntgen. Der Dolmetscher teilt uns das Untersuchungsergebnis mit: eine Zahnfleisch- Entzündung, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Die Rechnung beträgt 8000 Yen = 108 DM.



Nachmittags wagen wir uns in die U-Bahn, die sehr sauber ist und fahren in die bekannte Einkaufsstraße Ginza. Ein unterirdisches Verkehrsnetz mit kreuzungsfreien Stationen verbindet die einzelnen Stadtteile miteinander. Wir müssen einmal umsteigen und durch Gänge laufen, Rolltreppen auf- und abfahren, aber die gute Beschilderung hilft uns, den richtigen Bahnsteig zu finden.
Tokio liegt im östlichen Teil der Insel Honshu und hier lebt etwa 10% der Bevölkerung Japans, ca. 6.000 Menschen pro Quadratkilometer. Dementsprechend groß ist der Verkehr auf den Straßen und das Gedränge in den Kaufhäusern. Uns fiel auf, dass fast alle Japanerinnen Seidenstrümpfe oder Strumpfhosen tragen, nackte Beine gelten als unschön. Bei den Männern ist Schlips und Jacke vorherrschend, trotz der hier herrschenden Temperaturen. Wir suchen ein Gasthaus mit internationalen Küche, finden aber keines und essen dafür Pizza.
In vielen Kaufhäusern gibt es Parfüm und französische Modeartikel, die von den Japanerinnen bevorzugt werden. Die Rückfahrt mit der U-Bahn geht schnell und bequem.
4.8.1991. 13.00 Uhr Beginn der Stadtrundfahrt. Wir sehen zuerst den Kaiserpalast, das heißt, eigentlich sehen wir ihn nicht, denn wir stehen nur vor dem Wassergraben und der großen Mauer, hinter der er liegt, umgeben von einem riesigen Park und Seengelände.
Das Gelände und der Palast dürfen nur einmal im Jahr von der Bevölkerung betreten werden. So müssen wir uns mit dem Anblick des Wachhauses begnügen. Auch das zweite Besuchsziel, der Kronprinzenpalast, ist von einem Park umgeben und für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Fahrt durch die Weltstadt geht weiter zum Meiji-Schrein. Kaiser Meiji führte 1868 sein Land aus der Abgeschlossenheit und öffnete es nach dem Westen. Bedeutende Reformen sind ihm zu verdanken, deswegen ist der Meiji-Schrein einer der heiligsten Pilgerstätten Japans. Viele Menschen besuchen den Park, es herrscht ein Kommen und Gehen.



Wir fahren zum Tokio-Tower, der im Shibapark steht und reihen uns in die lange Warteschlange ein, um mit dem Aufzug auf die 150 Meter hohe Aussichtsplatte zu fahren. Der Turm dient als Fernseh- und Rundfunksendestation. Von oben hat man einen guten Rundblick über die ganze Stadt, ein Häusermeer bis zum Horizont. Im Turm befinden sich neben einem Wachsfigurenkabinett auch Erfrischungslokale und Andenkenläden.

Gegen 18.00 Uhr kommen wir am Flughafen Narita an, er liegt ziemlich außerhalb des Stadtgebietes.
Der Start nach Hawaii erfolgt um 21.25 Uhr. Heute Nacht überfliegen wir die Datumsgrenze und haben nochmals den 4.8.1991. Um 24.00 stellen wir die Uhr um 5 Stunden vor. Es ist jetzt also 5.00 Uhr früh. Die Sonne scheint und unter uns viele weiße Wolken auf blauen Grund, ein wunderbarer Anblick!.

Fudjiyama



Hawaii


9.15 Uhr Landung auf dem Flugplatz von Honolulu. Eine lange umständlich Einreisekontrolle läßt uns erst um 11.15 Uhr die Fahrt zum Hotel Outrigger in Waikiki antreten. Da in den USA die Hotelzimmer erst nach 12.00 Uhr geräumt sein müssen, können wir sie noch nicht beziehen und gehen zum Mittagessen in ein Selbstbedienungsrestaurant in der Nebenstraße. Später bekommen wir sehr schöne Zimmer im 4.Stock. Ein kleiner Stadtbummel zum Erkunden der Umgebung und schon bricht ganz schnell die Dämmerung herein. Das Hotel liegt direkt am Meer, viele Hotels sind nebeneinander; alle haben einen Zugang zum Strand.

5.8.1991. Um 8.20 Uhr beginnt die Inselrundfahrt, auf der uns eine Deutsche, die schon 40 Jahre auf Hawaii lebt, begleitet. Wir fahren zuerst in die Berge zu einem Aussichtspunkt, der einen guten Blick auf die Nordküste bietet. Hier oben weht ein frischer, stürmischer Wind. An dieser Stelle soll früher ein König von der Nachbarinsel namens Kame-Kameha die Verteidiger der Insel besiegt haben. Von den Ureinwohnern sind noch etwa 8.000 Nachkommen vorhanden, es leben viele Chinesen und Japaner hier und es gibt ein Gemisch von ca. 80 verschiedenen Rassen. Vorurteile gibt es nicht, auch keine Kleidervorschriften, jeder zieht an, was ihm gefällt. In Waikiki sind jeden Monat ca. 110.000 Touristen, die meisten kommen vom USA-Festland. Alle Augenblicke starten und landen Flugzeuge. In den Straßen reiht sich Geschäft an Geschäft, von der Verkaufsbude bis zum Luxuskaufhaus ist alles vorhanden. Dazu noch eine Menge Lokale,welche verschiedene nationale Kost anbieten. Die meisten Läden sind bis 24.00 Uhr geöffnet. Der Autoverkehr ist sehr stark, aber die Geschwindigkeitsbeschränkungen werden streng eingehalten. Fußgänger haben immer Vorrang.

Hotelstrand in Waikiki

Auf unserer Rundfahrt kommen wir zum Chinesenhut, einer kleinen Insel, die einem chinesischen Hut ähnelt. Kilometerweiter Sandstrand ohne Menschen verlockt zum Baden, aber wir fahren weiter an der Küste entlang zum Mormonentempel. Bei der Besichtigung werden wir gleich angesprochen, dieser Sekte beizutreten, was wir natürlich nicht machen.

Die Fahrt führt jetzt weg von der Küste ins Landesinnere, vorbei an endlosen Ananasfeldern rechts und links der Straße, bis wir an einer Farm halten. Hier ist ein obligatorisches Kaufhaus dabei, in dem man hauptsächlich Andenken erwerben kann. Hinter dem Gebäude befindet sich ein Ananasgartengelände, in dem sämtliche Sorten dieser Pflanze zu sehen sind, auch aus anderen Kontinenten.

Das Ehrenmal, ein versunkenes Schlachtschiff

Nächste Station: Pearl Harbor mit dem Arizonadenkmal und Nationalpark. Diese nationale Gedenkstätte erinnert an den japanischen Überfall am 7.12.1941, bei dem 2.400 amerikanische Soldaten ums Leben kamen und acht Kriegsschiffe vernichtet wurden.

Das Schlachtschiff Arizona wurde nicht gehoben, sondern ist als Nationaldenkmal mit einem Besucherdeck überbaut, von dem aus man das versunkene Schiff betrachten kann.
Um 14.00 Uhr Rückkehr ins Hotel. Später Abendspaziergang am Strand, um den herrlichen Sonnenuntergang mit Abendrot zu erleben und zu fotografieren. Vor der Küste kreuzen beleuchtete Yachten, hinter uns die Lichter der vielen Strandhotels, ein zauberhaftes Bild. An den Hotelstränden ist noch Betrieb, doch die meisten Badegäste sind verschwunden.
6.8.1991. Heute ist für uns Ruhetag, ein Teil der Reisegruppe ist schon sehr früh zu einem Inselflug aufgebrochen. Wir besuchen das in der Nähe des Hotels liegende Armeemuseum. Hier ist die militärische Geschichte Hawaiis aufbereitet und durch zahlreiche Exponate dargestellt. Das Museum ist in einem ehemaligen Fort untergebracht, das zur Küstenverteidigung diente. Mit seinen Geschützen konnte es die Hafeneinfahrt von Honolulu bewachen. Auch der nächste Tag dient der Ruhe, wir schlafen richtig aus und gehen am Strand spazieren. Es beginnt zu regnen und zu stürmen, was uns schnell ins Hotel zurück bringt. 8.8.1991. Es regnet immer noch, der Bus bringt uns um 10.30 Uhr zum Flughafen. Der Start ist um 15.00 Uhr, ein Nonstop-Flug über den Stillen Ozean.

Das Meer liegt ruhig unter uns, einmal sehen wir ganz klein und allein einen Dampfer über den Ozean tuckern. Die Uhr muss wieder umgestellt werden, und zwar 3 Stunden vor. Turbolenzen beeinträchtigen den Flug, es rumpelt ganz ordentlich in unserer Maschine, einer DC 10 der United Airlines. Unter uns ist alles mit weißen Wolken bedeckt, es sieht aus, als würde man über eine Schneelandschaft mit Bergen und Tälern fliegen.

Los Angeles (LA)


21.25 Uhr Landung. Beim Anflug ist ein unendliches Lichtermeer zu sehen. LA zieht sich 60 km an der Küste entlang und ist mit anderen Orten fast zusammengebaut. Es hat ca. 8 Millionen Einwohner. Angeblich hat jede Familie mehrere Autos, Fußgänger werden nachts als Kriminelle verdächtigt. Die Reiseleitung warnt uns vor den Methoden der Gangster, mit denen man auch im Hotel rechnen müsse. 23.15 Uhr. Endlich im Hotel Hyatt am Sunset Boulevard angekommen, legen wir uns mit einiger Sorge ins Bett. In der Nacht wecken uns Motorradlärm und Polizeisirenen, wahrscheinlich eine Verfolgungsjagd.
9.8.1991. In der Frühe liegt Nebel über der Stadt, es soll sich um Smog handeln, der erst gegen 11 Uhr verschwindet. Wir beschließen auf Anregung der Reiseleiterin mit dem Taxi in die Universal-Filmstudios zu fahren.

Großer Andrang am Eingang, viele Autos und Busse bringen die Menschen in Massen her. Wir gehen durch das Unterhaltungszentrum und fahren mit vier überdachten Rolltreppen in das ca. 100 Meter tiefer liegende Filmgelände. In drei aneinander gehängten Aussichtswagen fahren wir los - vorbei an Kulissen, die Bauten aus verschiedenen Zeiten und Ländern darstellen. Dann geht es durch einen Hohlweg und plötzlich stürzt eine riesige Wassermasse den Weg herunter direkt auf uns zu. Natürlich geschieht uns nichts, alles ist nur Show, auch die Weiterfahrt durch einen See, bei dem Wasser rechts und links höher als unser Wagen aufsteigt. Dann folgt eine Holzbrücke, die unter uns zusammenkracht, die Wagen sacken ab, aber die Fahrt geht weiter. Wir kommen in eine Halle, in der King Kong sein Unwesen treibt, einen Hubschrauber vom Himmel holt und uns mit aufgerissenem Maul zu verschlingen droht. Einige Frauen kreischen, nichts für schwache Nerven! Auch die nächste Halle, es sieht darin aus wie in einer U-Bahn-Station, hat ihre Überraschungen. Unsere Wagen halten an, plötzlich setzt ein Erdbeben ein und wir wackeln mit, sacken ab, werden kräftig durchgerüttelt. Pfeiler stürzen ein, Wände brechen auf, es blitzt und kracht, Leitungen fangen an zu brennen, Dampf zischt! Ein Teil der Decke kracht herunter, Autos und Lastwagen fallen herab und fangen Feuer. Ein ungeheures Getöse und Spektakel!! Eine andere Halle enthält eine lange große Röhre, in die wir hineinfahren und anhalten. Das Innere der Röhre ist mit weißem welligem Material verkleidet. Langsam dreht sich die Röhre um uns herum, wird schneller, wir glauben, dass wir uns im Kreis drehen! Es wird einem ganz wirr im Kopf und wir sind froh, als sich die Tür öffnet und die Fahrt zum Ausgangspunkt zurück geht. Doch zuvor geht es noch durch eine weitere Halle,in der ET und die Rückkehr zu seinem Planeten dargestellt wird. Mit einem Starbike schweben wir durch die phantastische ET-Welt, begleitet von Sphärenmusik. Danach fahren wir die Rolltreppen wieder hinauf zum Unterhaltungszentrum und besuchen verschiedene Shows. Miami Vice, Star Trek, eine lustige Tierschau, eine arabische Märchengeschichte mit Zauberer und feuerspeiendem Drachen und zuletzt die Cowboyshow mit Stunts; danach ist es Zeit, wieder ins Hotel zu fahren. Ein schöner unterhaltsamer Tag liegt hinter uns.

Künstliche Elefanten

10.8.1991. Heute fahren wir gemeinsam ins Disney-Land, das ungefähr 60 km südlich von LA liegt. Auch hier herrscht großer Andrang, viele Kinder sind da. Unsere Zeit reicht, um neun Attraktionen zu besuchen, darunter eine abenteuerliche Flussfahrt und ein Besuch bei den Piraten. Um 14 Uhr beginnt die Disney-Parade, eine typisch amerikanische Show, die den US-Lebensstil auf die Schippe nimmt. Die Disneyfiguren dürfen natürlich nicht fehlen, Tanzmädchen zum Teil auf Rollschuhen zeigen bei ohrenbetäubender Musik ihre Künste. Prachtvoll geschmückte Wagen, besetzt mit Märchengestalten sind dabei und werden von den Zuschauern mit großem Beifall begleitet. Leider müssen wir weiter, eine Stadtrundfahrt durch LA erwartet uns. Zuerst kommen wir zum Farmermarkt, einem Gelände mit einzelnen Ständen, an denen es allerlei zu kaufen gibt. Als nächstes geht es zum George-Page-Museum und einem davor liegenden Pech- oder Ölsee. In den Ölseen wurden viele prähistorische Funde gemacht, die im Öl konserviert waren. Diese Funde sind in einem Museum ausgestellt.


Tägliche Parade

Zum Andenken an die Funde sitzt in dem Ölsee vor dem Museum ein Mammut in Lebensgröße aus Bronze

Der Pechsee

Rathaus und Musikzentrum stehen anschließend auf dem Besichtigungsprogramm, vor den Gebäuden gibt es einen Springbrunnen ohne Becken, aus dem in unregelmäßigen Abständen das Wasser auf- und niedersteigt. Mancher soll hier schon nass geworden sein. Wir fahren in das Mexikanerviertel und sehen dort in einem Park die Statue des Stadtgründers. Auf der ganzen Reise wurden wir nicht von Bettler belästigt, aber hier in LA hat es welche. Gibt man nichts, wird man übel beschimpft. So geht es auch uns. In dem Verkaufsbudengewirr werden vor allem mexikanische Handarbeiten und Andenken angeboten. Bei Dunkelheit sollte sich kein Weißer allein hierher wagen, berichtet unsere seit Jahren in LA lebende Führerin. Das Graumann-Chinese-Theater in Hollywood ist unser nächstes Ziel. Eine Menschenmenge drängt sich vor dem Eingang; auf dem Betonboden sind Hand- und Fußabdrücke mit den Namenszügen berühmter Filmstars zu sehen. Auf den Gehwegen sind alle paar Meter goldene Sterne mit dem Namen eines Stars eingelassen. Jeder Schauspieler ist stolz darauf, hier einen Stern zu bekommen. Der Schriftzug "Hollywood" auf den Hügeln über der Stadt ist 23 Meter hoch und 125 Meter lang, er wurde erst kürzlich erneuert. Auch dieser Tag war voll mit Eindrücken und wir fahren müde ins Hotel.

Greta Garbo-Stern
10.8.1991. 5.15 Uhr Wecken und anschließend Fahrt zum Flughafen. Der Bus fährt durch eine öde, trostlose Gegend, in der Ölförderpumpen stehen, überdeckt von Masten und Drähten, ein häßlicher Anblick. Die Maschine, eine B 737 der America West, startet um 7.40 Uhr nach Las Vegas.




Las Vegas


Landung um 8.20.Uhr. Von oben macht die Stadt einen guten Eindruck. Sie liegt mitten in der Wüste in einem ebenen Tal des Colorado. In der Nähe befindet sich der Hooverstaudamm, sodass Las Vegas keine Wasserprobleme hat wie zum Beispiel Los Angeles. Las Vegas wurde von den Spaniern im 16.Jahrhundert gegründet. 1870 vergrößerten die Mormonen die Stadt, die heute etwa 600.000 Einwohner hat. Dazu kommen Tausende von Touristen, die hier ihr Glück im Spiel versuchen wollen. Die Stadt wächst weiter, neue Hotels sind im Bau. Vom Flughafen aus beginnt sofort eine Rundfahrt durch die sehr weitläufige Stadt. Wir halten an einer Hochzeitskapelle mit Namen "Little White Chapel".

Hier gibt es sogar einen Drive-In-Hochzeitsschalter, d.h. das Brautpaar kann mit dem Auto vorfahren und muss zur Trauung nicht mal aussteigen ! Selbstverständlich kann man auch in der Kapelle eine Trauung mit Musik und Gästen veranstalten, alles ist machbar, und das rund um die Uhr, also 24 Stunden täglich. Auf der Weiterfahrt zur Prunkvilla der welt bekannten Zauberkünstler Siegfried und Roy.sehen wir noch mehrer solcher Hochzeitskapellen. Siefried und Roy treten seit Jahren im Hotel Mirage mit ihren weißen Tigern in einer phantastischen Show auf. Ihr Wohnpalast ist in arabisch-indischem Stil aus hellen Steinen erbaut.

Römerfigur vor dem Hotel "Cäsars Palast"
Wir fahren an großen Hotelkomplexen wie Cäsars Palast und dem schon erwähnten Mirage vorbei, bis wir in unserem Hotel "Golden Nugget" ankommen. Das Hotel hat ca. 2.000 Zimmer und beherbergt bis zu 5.000 Menschen. Auch hier stehen überall Spielautomaten, schon auf dem Flughafen gab es sie massenweise.

Hooverstaudamm mit Gran Canon
13.00. Ein Kleinbus bringt uns zum Flughafen, dort erwarten uns kleine Privatflugzeuge, mit denen wir den Flug über den Grand Canon wagen. Unter uns liegt der riesige Hooverstausee, vor uns die gewaltigen, größten Schluchten der Welt. Pilot Tracy steuert uns sicher über die Abgründe. Der Colorado River ist als schmales, blaues Band zu sehen. Die steilen Hänge der Schluchten leuchten in verschiedenen Farbtönen. Ein einmaliges Erlebnis! Auf dem Rückflug beobachten wir auf dem Stausee Motorboote und Wellenreiter, auf dem Lande dagen ist alles öde und leer, weder Menschen noch Tiere sind zu sehen. Wir kehren gegen 17.00 Uhr ins Hotel zurück. Als es dunkel wird, wollen wir Las Vegas bei Nacht erleben. In der Hauptstraße, der sogenannten Glitzerstraße steht ein Spielsalon am anderen, bunte Leuchtreklamen sollen die Spieler anlocken. Billige Preise für Essen und Trinken sind ein weiteres Mittel, um die Menschen in die Hallen zu locken und zum Zocken zu verführen.

Mit dem Taxi begeben wir uns in einen anderen Stadtteil zu Cäsars Palast, vor dem etwa 20 überlebensgroße römische Götter aus weißem Marmor stehen. Von der Straße führen rechts und links lange überdachte Rollbahnen die Hotelgäste zum Eingang. Im Park davor befindet sich eine Springbrunnenanlage, davor lebensgroße römische Kriegerfiguren. Gleich daneben liegt in einem Palmenpark das Hotel Mirage, wo im Eingangsgeschoss hinter einer riesigen Glasscheibe die berühmten weißen Tiger von Siegfried und Roy zu sehen sind. Vor dem Hotel ist ein künstlicher See mit einem Wasserfall angelegt, der abends ab 21.00 Uhr mit Brausen und Feuer explodiert. Viele Menschen warten auf das spektakuläre Schauspiel, welches sich alle Viertelstunde wiederholt. Alle Blumen, Wiesen und die Palmen sind aus pflegeleichtem Plastik, was man aber erst bei näherem Hinsehen bemerkt.
12.8.1991. 9.30 Uhr Abfahrt zum Flughafen, Start mit einer B 727 der United Airlines nach San Francisco.


San Francisco


Die Stadt hat ca. 750.000 Einwohner, um die Bucht herum leben etwa 6,5 Millionen Menschen. Fünf gewaltige Brücken verbinden San Francisco mit dem Umland und machen es zum wichtigsten Finanzplatz der Bay Aera. Sofort nach der Landung machen wir eine Stadtrundfahrt. Als erstes sehen wir die Golden-Gate-Bridge mit ihren gewaltigen Stahlseilen, welche einen Durchmesser von fast einem Meter haben. Die Länge der verarbeiteten Drähte reicht 3mal um den Äquator. Ein imposantes Bauwerk, das mit nur zwei Stützträgern auskommt.



Im Cliffhaus, das wir als nächstes besuchen, steht die größte noch in Betrieb befindliche Camera Obscura, in die wir einen Blick werfen. In einer großen halbrunden Schale spiegelt sich die Außenwelt und gleitet langsam weiter. Das Meer und sogar fliegende Möwen sind deutlich zu erkennen. Weiter geht es zum Golden Gate-Park, der als größter Park der Welt gilt. An der Seeseite stehen holländische Windmühlen; Teiche, Wald und Wiesen wechseln sich ab. Auch ein Tierpark ist vorhanden. San Francisco breitet sich über mehrere Hügel aus, von denen wir die "Zwillinge" besuchen. Von oben hat man einen kompletten Überblick über die Stadt. Es weht ein frischer kühler Wind. Anschließend erwarten uns die "angemalten Damen", das sind alte restaurierte viktorianische Häuser. Auf der Fahrt zu unserem Hotel, dem Park Hotel Fifty Five,warnt uns die Reiseleiterin davor, bei Nacht allein in die Stadt zu gehen. Besonders ein östlich des Hotels liegender Stadtteil wäre gefährlich. Dass diese Warnung nicht überflüssig war, müssen gleich am Abend einige Mitglieder unserer Reisegruppe erfahren. Sie verlaufen sich auf dem Heimweg von einem Restaurant, werden unterwegs von Jugendlichen angebettelt und als sie nichts geben wollen, bedroht. Mit großer Mühe und viel Glück erreichen sie eine Polizeistation. Die Stadt ist ein Sammelbecken von Drogensüchtigen und Homosexuellen,die hier heiraten dürfen. An jeder Straßenecke trifft man auf Gammler und Bettler.

13.8.1991. Wir machen mit dem Taxi eine Fahrt zum Fischereihafen und besuchen das Pier 36 mit seinen Geschäften und Restaurants. Unterwegs treffen wir eine Reisegruppe aus Heilbronn, die schon seit acht Tagen hier ist. Die Leute freuen sich auf die Heimreise.

Die Rückfahrt zum Hotel erfolgt mit der bekannten Cable-Car, von der noch drei Strecken hauptsächlich der Touristen wegen in Betrieb sind. Ca. 45 Minuten warten wir in der Schlange, bis auch für uns Platz in einem der Wagen ist. Der Fahrpreis beträgt für Erwachsene 2 $, Behinderte und ältere Menschen über 65 Jahren zahlen nur 15 Cent! Die Wagen werden vom Personal mit Fahrgästen derart vollgestopft, dass man sich kaum noch bewegen kann. Ein riesiger kräftiger Schwarzer bedient die großen Hebel, mit denen das Fahrzeug an dem im Boden verlaufenden Drahtseil festgeklemmt ist.

Vor jeder Kreuzung wird gebimmelt und abgebremst. Die Endhaltestelle liegt direkt vor unserem Hotel. 13.30 Uhr. Mit dem Bus fahren wir in den Nationalpark "Muir Woods". Über die Golden-Gate-Bridge geht es durch hügeliges Gelände zu dem in einem Tal liegenden Park.

In dem Nationalpark stehen Red-Woodbäume, die 80 Meter hoch und 500 bis 800 Jahre alt sind. Das Holz ist schwer entflammbar, weshalb es von Siedlern und Goldgräbern bevorzugt verwendet wurde. Von den großen Wäldern, die einst die ganze Küste Kaliforniens bedeckten, ist nur noch dieser Teil stehen geblieben, weil früher ein Abtransport der Baumstämme aus dem Tal nicht möglich war.

Die Fahrt führt uns weiter in die Künstlerstadt Sausalito. Aus dem früheren Fischerdorf, in dem Künstler ihre Motive fanden, hat sich ein mondäner Badeort mit exklusiven Läden entwickelt. Im Hafen erwartet uns ein Dampfer, um uns vorbei an der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz nach San Francisco zurück zu bringen. Im Hintergrund sehen wir die Bay-Brücke und die Stadt Oakland. Auf dem Rückweg ins Hotel kommen wir noch an der krümmsten Straße der Welt mit ihrem Blumenmeer vorbei. Sie ist eine der vielen Attraktionen der Stadt und jeder Besucher muss sie gesehen haben. Viele fahren mit dem Auto oder Taxi die Schlangenlinien hinab. 14.8.1991. Um 10.00 Uhr Abfahrt zum Flugplatz. Dabei gibt einige Probleme, unser Bus hält am falschen Flugplatz ! Am richtigen angekommen, haben wir auch noch die falschen Bordkarten; außerdem vermisse ich meinen Koffer, der wie sich herausstellt, mit einem anderen Auto hergebracht wurde. Um 12.00 Uhr dann Start zum Nonstop-Flug über den Mississippi und Missouri nach Kanada. Gegen 18.35 Uhr fliegen wir den Michigansee an und landen um 19.45 Uhr in Toronto.


Toronto


Ankunft im Hotel Holiday Inn um 21.15 Uhr. Toronto hat ca. 600.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Provinz Ontario, eine saubere Stadt, ohne Gammler und einer gegenüber den USA deutlich geringeren Kriminalität.
15.08.1991 Um 9.00 Uhr fahren wir zu den Niagarafällen, die wir nach ca.2 Stunden erreichen. Über den Fällen steigt weiße Gischt auf, der Blick auf die stürzenden Wassermassen ist einmalig. Unter den vielen Touristen sind auch wieder zahlreiche Japaner, die wir an allen bisherigen Stationen angetroffen haben.



Beim anschließenden Flug mit dem Hubschrauber über die Fälle können wir noch einmal die ganze Schönheit dieses Weltwunders betrachten. Wir fahren weiter zu einer Filmvorführung, in der die Geschichte der Niagarafälle erzählt wird. In eindrucksvollen Bildern zeigt der Film das Leben der Indianer, Trapper, Soldaten und Siedler, die an den Fällen lebten. Wir sehen Unfälle und Rekorde, die hier stattfanden, insgesamt ein Film, den es sich anzusehen lohnt! Das Mittagessen nehmen wir im Skylon ein, einem 250 Meter hohen Turm mit einem drehbaren Restaurant, von dem aus wir einen herrlichen Rundblick über die Fälle und die Stadt Niagara haben. Gegen 19.00 Uhr sind wir wieder im Hotel.

16.8.1991. Zur Stadtrundfahrt treffen wir uns um 9.00 Uhr vor dem Hotel. Nacheinander besuchen wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die Michaelkathedrale, das alte sowie das neue Rathaus, wobei letzteres aus zwei konkaven Hochbauten besteht sowie das Parlamentsgebäude. Mit dem Aufzug begeben wir uns auf den CN-Tower, das höchste Gebäude der Welt. Mit 553 m überragt es die Stadt. Zu Füßen des Turms liegt der Sky-Dome, ein modernes neues Sportstadion, in welchem das Kolosseum von Rom Platz hätte. Das Stadion kann mit verschiebbaren Deckeln oben verschlossen werden, dann ist es gegen Regen und Schnee geschützt. Von der ersten Turm-Plattform in 242 m Höhe hat man einen totalen Überblick auf Stadt und Hafen. Keine Stadt hat soviel Grünanlagen wie Toronto.
12.20 Uhr sind wir am Flughafen und erleben die strengsten Kontrollen auf der ganzen Reise. Wir müssen mehrmals schriftlich bestätigen, dass wir nicht in Chicago, also den USA bleiben werden, sondern weiter nach Deutschland fliegen wollen.
14.30 Uhr Start der B 727 der United Airlines nach Chicago.





Chicago


Landung um 15.00 Uhr. Wir müssen 20 Minuten zu unserem Abfahrtsgate gehen. Chicago hat einen riesengroßen Flughafen, in dem es von Menschen wimmelt. Hier sieht man deutlich, wie viele Leute mit Flugzeugen unterwegs sind.
17.30 Uhr startet der Flug unserer Reisegruppe mit einer B 767 der United Airlines nach Frankfurt. Die Maschine ist voll, hauptsächlich mit Deutschen, auch einige Stewardessen sprechen deutsch. Wir stellen die Uhr sieben Stunden auf mitteleuropäische Zeit vor, so geht also die Sonne um 2.00 Uhr unter.
17.8.1991. 7.00 Uhr. Die Sonne scheint, wir haben kaum geschlafen. 9.03 Uhr. Wir landen in Frankfurt, Deutschland hat uns wieder!!
So schön die Reise war, sind wir doch froh wieder daheim zu sein. Die Zeitverschiebungen, das feuchtwarme Klima und die ungewohnte Kost sowie der fehlende Schlaf setzten uns ziemlich zu.